Gusen

Neugestaltung

Neugestaltung
© Mauthausen Memorial / Bernhard Mühleder

Das KZ Gusen wurde ab Dezember 1939 errichtet. Bis zu seiner Befreiung im Mai 1945 wurden dort 71.000 Gefangene aus fast 30 Nationen inhaftiert. Mehr als die Hälfte überlebte die Haft nicht.

Am 8. März 2022 gaben Bundesminister für Inneres Gerhard Karner und Direktorin der KZ-Gedenkstätte Mauthausen Barbara Glück den offiziellen Start für die Weiterentwicklung der bestehenden KZ-Gedenkstätte Gusen bekannt. Der Ankauf weiterer wesentlicher Grundstücke auf dem Areal des ehemaligen Konzentrationslagers Gusen durch die Republik Österreich ist abgeschlossen.

Auf den nun angekauften Grundstücken befinden sich bedeutende bauliche Überreste des KZ Gusen, darunter der Appellplatz, der Schotterbrecher und zwei SS-Verwaltungsgebäude.

 

Grafik: heri&salli, Überarbeitung: Markus Hechenberger

Derzeit werden von der Burghauptmannschaft Österreich notwendige Sicherungsmaßnahmen durchgeführt. Diese haben das Ziel, die vorhandenen lagerzeitlichen Überreste zu erhalten und eine Verbesserung der Sicherheit für Personen zu gewährleisten. Zu diesem Zweck wird das Areal provisorisch mit einer Einzäunung umgeben.

Gleichzeitig hat die KZ-Gedenkstätte Mauthausen einen Beteiligungsprozess zur Einbindung der Zivilgesellschaft ins Leben gerufen. Gemeinsam mit regionalen, nationalen und internationalen Interessensgruppen soll ein abgestimmter Masterplan mit gestalterischen und funktionalen Rahmenbedingungen für die neu angekauften Grundstücke erarbeitet werden. Dieser soll danach die Grundlage für einen Wettbewerb zu deren Gestaltung und Anbindung an die bestehende KZ-Gedenkstätte Gusen bilden. Mit der Einladung an unterschiedlichste Organisationen im In- und Ausland zu diesem gemeinsamen Diskussionsprozess geht die KZ-Gedenkstätte Mauthausen einen neuen Weg der gesellschaftlichen Teilhabe an der Kultur des Gedenkens und der Politik des Erinnerns an die Verbrechen des Nationalsozialismus.

Die bisherigen Ergebnisse, welche sich auf den Masterplan für die Neugestaltung sowie auf  Vorgespräche und erhobene Daten stützen, werden derzeit von verschiedenen Expert*innen für einen zukünftigen Gestaltungswettbewerb aufbereitet. Erörtert werden unter anderem verschiedene Möglichkeiten für eine nachhaltige Anbindung der Gedenkstätten in Gusen, beim Stollen „Bergkristall“ und in Mauthausen an den öffentlichen Nahverkehr. Ebenso werden die Mobilitäten von Individualbesucher*innen und Gruppenreisenden sowie die daraus notwendige Infrastrukturanpassungen analysiert und diskutiert. 

Ziel ist es, einen zeitgemäßen Gedenkort unter Berücksichtigung der Anforderungen eines zukünftigen Gedenkstättenbetriebs und den Gegebenheiten und Bedürfnissen vor Ort zu schaffen.

Die offiziellen Gremien der KZ-Gedenkstätte Mauthausen, in denen alle Opfergruppen, Opfernationen und wichtige nationale wie internationale Stakeholder vertreten sind, werden laufend über die bevorstehenden Entwicklungen informiert.

Am inhaltlichen Erarbeitungsprozess sind nationale wie internationale Expert*innen beteiligt. Ziel ist die Verknüpfung des aktuellen Forschungsstands mit den Anforderungen moderner pädagogischer Vermittlung und Gedenkkultur.

Alle Schritte werden seitens der KZ-Gedenkstätte Mauthausen transparent kommuniziert, um einen permanenten Austausch zu gewährleisten.

 

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